Januar 10, 2019

Songs, Sounds & Stories «Leichter als eine Schneeflocke & mehr Tiefgang als der San Andreas Graben»







Manfred Sim Toppel für bazaar
Die britische Vierer-Formation Lydian Collective hat gerade erst im Dezember 2018 ihre Debüt-Platte Adventure veröffentlicht, hatte bis dahin aber bereits über eine Million Spotify-Streams und über 1.4 Millionen Views auf ihrem Youtube-Kanal. Da muss man einfach mal neidlos sagen: Wow! 
Dabei ist ihre Musik alles andere als sogenannter Mainstream, sondern hochkomplexer Jazz mit Fusion-Elementen. Nu, was macht dann den Erfolg dieses ungewöhnlichen Quartetts aus? Zuerst mal sind die ausgefeilten und musikalisch sehr anspruchsvollen Kompositionen zu nennen. Rhythmisch abwechslungsreich und gekonnt gespielt, fesseln die mit Überraschungen vollgepackten und in sich stimmigen Instrumental-Songs Zuhörer von England über Japan, nach China bis in die USA. Doch was wohl als DIE Geheimwaffe von Lydian Collective benannt werden kann, ist die konstant gute Laune, die ihre Kompositionen als auch die offensichtliche Spielfreude der MusikerInnen verbreiten. Egal, ob es quer schneit, vierfarbige Katzen hagelt oder mit Bratfett vollgesaugte Schwämme regnet, Lydian Collective lassen die Sonne schon ab Sekunde eins subito wieder aufgehen. Der Autor hat sich schon beim ersten Durchhören von Adventure immer wieder beim seligen Lächeln ertappt. Auch wenn er sich sonst nicht als grenzdebilen Musikgroupie bezeichnen würde. Aber bei Lydian Collective ist, sofern man ein Ohr für gute Musik und noch bessere Musiker hat, selige Freude bis offene Begeisterung im Kaufpreis enthalten. 
Lydian Collective sind: Aaron «Lazslo» Wheeler (keys), Todd Baker (guitar), Ida Hollis (bass) und Sophie Alloway (drums). 
Gitarrist und Keyboarder der Jazz-Band sind die kreativen Köpfe hinter der Musik von LC, machen schon seit dem College gemeinsam Musik und haben sich bereits als Einzelmusiker einen Namen gemacht bevor LC ins Leben gerufen wurde. Todd Baker (guitar) ist der Komponist des Soundtracks von Monument Valley, einem bei Millionen von Usern beliebten Game auf iOS-Basis (Iphone). Der Album-Song Child ist ebenfalls von diesem Soundtrack. Aaron und Todd sind beide erfolgreiche Werbekomponisten und Aaron hat als Laszlo eine eigene Solo-Musik-Karriere am laufen.
Tieftönerin Ida Hollis studierte Jazz am Konservatorium von Birmingham und spielte mit den besten Jazz-Musikern Englands wie unter anderem mit Gwilym Simcock. 
Drummerin Sophie Alloway ist eine der gefragtesten Studio- und Live-Drummer in London. Zuvor war sie ganze zwei Jahre mit Roots Manuva in England, Australien und Neuseeland auf Festivals, im TV und bei Award-Verleihungen auf Tournee. Sie spielte auch mit Pop-Punk-Sängerin Hazel Thomas und dem UK-Jazz-Star Jason Rebello. 
So, genug der Worte, lassen Sie sich von einer Band begleiten, deren Sound leichter als eine Schneeflocke ist, aber mehr Tiefgang als der San Andreas Graben hat. In diesem Sinne wünscht Ihnen Ihr Autor eine rutschfreie und unverfrorene Woche!

Manfred Sim Toppel ist Bassist, Songschreiber und Bandcoach aus Zürich

Januar 02, 2019

Gebrauchsanweisung für Kapstadt und Südafrika von Elke Naters und Sven Lager

Der Himmel weit, die Hoffnung groß und das Leben eine Herausforderung: Das ist Südafrika, eine bunt gemischte Nation mit elf offiziellen Sprachen. Die beiden Autoren zeigen uns alle Facetten: von Kapstadt über Durban, die Garden Route und verborgene Weintäler bis in die Kalahari-Wüste; von der Wild Coast über das subtropische Natal bis nach Pretoria und Johannesburg. Sie überwinden abenteuerliche Pässe, brettern über sandige Schotterpisten und gehen mit Brillenpinguinen baden. Sie suchen im Addo-Park nach Löwen, tauschen sich mit jungen afrikanischen Schriftstellern aus und erklären, was man unbedingt in einem Sammeltaxi zu beachten hat. Und sie verraten, warum Barfußlaufen hier so wichtig ist und was Fußball mit schwarzem Stolz zu tun hat.

Herausgegeben vom Piper Verlag
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Dezember 16, 2018

Songs, Sounds & Stories «Bezwingt jede Winterdepression: Jenny & The Mexicats»







Manfred Sim Toppel für bazaar
Der aussergewöhnliche Staaten-Mix der Bandmitglieder von Jenny & The Mexicats ist schon recht bemerkenswert: Eine britische Frontfrau, die Trompete spielt und makellos spanisch singt, ein spanischer Schlagzeuger und die Saitenmeister stammen aus Mexiko. Alles klar? Nun, diese exotische Truppe malt ungeniert mit allen Musikstilen, die ihr gefallen, einen sehr persönlichen und leidenschaftlichen musikalischen Regenbogen, den man nicht übersehen, bzw. überhören kann.
Felix Contrareras, der musikalische Leiter für Latin-Music bei NPR (National Public Radio, eine amerikanische Plattform für neue Talente) sagt über die Band: «Sie haben mit ihren eigenen Einflüssen diesen wirklich beeindruckenden Mix aus Rockabilly, Cumbia, Jazz, Flamenco kreiert und dazu performen sie in englisch und spanisch – ein sehr cooler Sound.» Ihr Stilmix scheint bei den Fans anzukommen. So kommen Jenny und ihre Kater auf dem Streaming-Portal Spotify monatlich auf über 440’000 Zuhörer. Respekt und Ehre, wem Ehre gebührt. Die Mitglieder in corpore sind: Jenny Ball(Vox), David González Bernardos(Perkussion), Icho(Bass), Pantera(Gitarre). In diesem Sinne: ¡Pasadlobien!


Manfred Sim Toppel ist Bassist, Songschreiber und Bandcoach aus Zürich

Dezember 01, 2018

Songs, Sounds & Stories «Auch (Halb-)Taubheit schützt nicht vor einer Weltkarriere»





Manfred Sim Toppel für bazaar
Er ist ein waschechter New Yorker, der 1959 in Brooklyn geboren wurde. Er gehört zu den stilprägendsten Bassisten des 20.–21. Jahrhunderts. Einer der grössten Gitarrenhersteller der Welt benannte ihm zu Ehren einen E-Bass nach seinem Namen, sein Album Mbrachte ihm den Oscar der Musikbranche, einen Grammy, ein. Er ist Vater von vier Kindern und hat mit fast dem ganzen Who-is-Who der Jazzszene und darüber hinaus die Bühne und das Studio geteilt. Man kann ihn auf mehr als 500 verschiedenen Platten hören, u.a. mit Aretha Franklin, George Benson, Eric Clapton, Carlos Santana, Herbie Hancock, David Sanborn und auch mit Jean Michel Jarre. Man kennt seine Filmmusik aus verschiedensten Kinostreifen. Wir sprechen von der Schwer beeindruckenden Vita von Marcus Miller. 
Als 5-Jähriger erkrankte Miller an einer Maserinfektion, seither ist er auf seinem rechten Ohr taub. Das hinderte ihn nicht bereits als Teenie in der Nachbarschaft in verschiedenen Funkbands Bass zu spielen, bzw. eine beeindruckende Weltkarriere als Bassist, Musiker und Produzent hinzulegen. Auf dem College studierte er Musikpädagogik, bereits mit 16 ging er als Bassist mit Bobbi Humphrey und Lenny White auf Tournee. Mit 17 war er Bassist in der Band der legendären US-Comedy-Show Saturday Night Live. Seinen Durchbruch hatte der übertalentierte Multiinstrumentalist als er bei Jazz-Legende Miles Davis, selig, einsteigen durfte. Der ungekrönte Jazz-König verhalf Miller zu weltweiter Bekanntheit. Miller produzierte für Miles Alben wie Tutu, Amandla oder Siesta. Auf dem Letzteren spielte Miller fast alle Instrumente selbst und programmierte sämtliche Drumgrooves. 2009 war er zusammen mit Stanley Clarke und Victor Wooten, als SMV auf erfolgreicher Welttournee. Derzeit tourt er gerade mit seiner neuesten Scheibe, Laid Black, über den Globus. Wer Miller kennt, weiss, dass man seinen Bass-Sound gleich beim ersten Ton erkennt. Das ist sozusagen sein Markenzeichen, neben der ihm eigenen, virtousen Spielweise, u.a. dem sogenannten Slapping (Erzeugen eines perkussiven Klangs durch Anschlagen der Saite mit dem Daumen) und damit verbunden, dem Popping, ein energisches Zupfen der Saiten. 
Wer sich ein Ohr voll dieses mittlerweile legendären Tieftonartisten und genialen Musikers nehmen will, hat in nächsten Frühling die Gelegenheit dazu. Miller kommt am 22. Mai 2019 ins Kaufleuten Zürich. Ihr Autor hat die Tickets schon, und Sie? 

Manfred Sim Toppel ist Bassist, Songschreiber & Bandcoach aus Zürich

November 16, 2018

Songs, Sounds & Stories «Wie kommt ein Bassist zu 5 Grammys?»







Manfred Sim Toppel für bazaar
Mit zwei Jahren (zwei!) fing er an Bass zu spielen, weil in seiner Musikerfamilie der Bassist fehlte. Bereits mit drei Jahren gab er mit seiner Familie (sein Bruder Regi ist Gitarrist, Bruder Roy spielt Percussion und Schlagzeug) Konzerte in der Nachbarschaft. Und nur drei Jahre später waren er und seine Brüder als Vorgruppe von Curtis Mayfield und die Band War auf Tour. In den 80er-Jahren lernte Victor Wooten den Banjospieler Béla Fleck kennen und gründete mit ihm die Band Béla Fleck & The Flecktones. Internationale Konzerttourneen folgen. Daneben nimmt Wooten Solo-Alben auf, auf denen er sein innovatives Bassspiel vorführen kann. Seine Fähigkeiten in Fingerstyle, Slapping und Tapping bringen ihm einen Platz neben den ganz Grossen der Bassgitarre ein. So wird er auch oft der nächste grosse Innovator des Basses genannt und in einem Atemzug mit dem legendären und auch mal kapriziösen Jaco Pastorius, selig, genannt. Neben Jaco nennt Wooten auch Künstler, wie Larry Graham, Prince, James Jamerson und last but not least Bass-Innovator Stanley Clarke (Return To Forever), die ihn beeinflusst haben. Mit Letzterem und dem New Yorker Bass-Gentleman Marcus Miller zusammen war Wooten in den Nuller-Jahren als Basstrio SMV unterwegs und begeisterte das Publikum an den grössten Jazz-Festivals weltweit. In dieser Zeit veröffentlichte er auch sein Buch Music Lesson (2006). (S)eine Suche nach Wahrheit, Weisheit und Vollendung und seinem Versuch, zu dem vorzudringen, was die Musik im Kern ausmacht. Ein sehr bewegendes Buch, das der Autor jedem Kulturschaffenden nur ans Herz legen kann, weil es darin um viel mehr als «nur» Musik geht. Im Grunde geht es ums Menschsein und die Suche nach dem Sinn des eigenen Seins. 
In diesem Sinne wünscht Ihnen der Autor eine glückliche Suche und geben Sie kurz Bescheid, wenn Sie ihn gefunden haben. Cheers!

Manfred Sim Toppel ist Bassist, Songschreiber & Bandcoad aus Zürich

November 12, 2018

Wenn der Wind singt und Pinball 1973 von Haruki Murakami

Nach langem Zögern hat Haruki Murakami die Bitten seiner Leser erhört und der Veröffentlichung dieser außerhalb Japans nie erschienenen Frühwerke zugestimmt, die zusammen mit »Wilde Schafsjagd« die Trilogie der Ratte bilden. Nach 35 Jahren liegt diese nun erstmals vollständig auf Deutsch vor. Eine kleine Sensation, nicht nur für eingefleischte Murakami-Fans. »Wenn der Wind singt«, folgt einem 21-jährigen Studenten, der den Sommer 1970 in seinem kleinen Heimatort verbringt. Die Zeit vertreibt er sich mit seinem besten Freund Ratte, einem Mädchen mit vier Fingern an der linken Hand und einem Barkeeper. In »Pinball 1973« lebt der junge Mann drei Jahre später in Tokio, während Ratte in J.’s Bar immer noch darauf wartet, dass das Leben losgeht. Ein melancholischer, atmosphärisch dichter Roman, der zudem die wohl besten Flipperszenen der Literaturgeschichte enthält.

Herausgegeben vom btb Verlag
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November 09, 2018

Songs, Sounds & Stories «Vollgas mit Manii!»







Manfred Sim Toppel für bazaar
Nein, keine Angst, heute geht es nicht um ihren Autor, dessen Spitzname ähnlich klingt, wie der Nachname der heutigen Hochleistungsmusikerin. Werte Leser, wer gerade auf der Suche nach einem Energie-Boost ist, liegt hier genau richtig! Denn im musikalischen Vokabular der heute beleuchteten Künstlerin aus Japan gibt es nur eine Richtung: Vollgas voraus! Die Powerlady gehört zu den derzeit besten Rock-, Indie-, Metal- und PunkbassistInnen weltweit. Gestatten, Kiyoshi Manii, Musikerin, Bassistin, Sängerin und Komponistin.
Anfang September hat die umtriebige und vielgebuchte Musikerin ihr drittes Album veröffentlicht, Kiyoshi3, was sonst? Es ist ein weiteres Kiyoshi-Album, das den Zuhörer vom ersten Ton an in seinen Bann schlägt und nach dem elften Stück atemlos und verzückt lächelnd zurücklässt, vorausgesetzt man mag diesen Stil.
Wenn der Autor Jogger wäre, wäre dieser Starkstrom-Sound wohl seine erste Wahl fürs Training. Ganz nach dem leicht abgeänderten Motto (s)einer (ehemaligen) Zigarettenmarke: «Mit Kiyoshi-Sound laufe ich meilenweit.» Okay, das war jetzt eine eher ungewöhnliche Verbindung von Sport und Rauchen, oder? Item, war ja auch nur ein Nebenschauplatz. 
Zurück zu Kiyoshi: Ihr Bassspiel ist extrem versiert, originell und super schnell. Ihr Gesang und ihr Auftreten live polarisieren tüchtig. Manchen ist ihr Gesang zu amateurhaft, manchen zu kindlich. Andere stören sich an ihren erotisch angehauchten Bühnenkleidern. Andere lieben sie genau wegen ihrem naiv und unschuldig klingenden Gesang. Aber worüber sich alle einig sind: Wenn Kiyoshi auf der Bühne steht, wird sie zu einem Derwisch (was ist eigentlich die weibliche Form von Derwisch? Derwischin?), der keine Sekunde still steht und die Zuschauermenge innert kürzester Zeit in Party-Stimmung bringt. Zu hören ist sie unter anderem in folgenden Formationen: Marty Friedman, Inside Me, The Madcap Laughs, Mega High Ball. Aus-checkens-wert. Alle. 
Und nun geben Sie sich einen Ruck, starten Ihre bevorzugte Stream- oder Download-App und geben ein: K-I-Y-O-S-H-I. Sie werden hören, so einfach ist es, sich gute Laune in die gute Stube zu holen. In diesem Sinne wünscht Ihnen Ihr Autor eine beschwingte und schöne Zeit. Bis die Tage!

Manfred Sim Toppel ist Bassist, Songschreiber & Bandcoach

November 04, 2018

Songs, Sounds & Stories «Scheintote und Sound-Polizisten, aufgepasst!»







Manfred Sim Toppel für bazaar
Werte Leser! Nachdem Ihr Autor die letzten echten Sommerflair-Sonnentage im immer wieder berauschend schönen Südfrankreich geniessen durfte, meldet er sich nun wieder mit einer weiteren Ausnahme-Band zurück. Brandi Carlile und ihre beiden Mitmusiker, die Zwillinge Tim und Phil Hanseroth. 
Mit acht Jahren stand die US-Sängerin das erste Mal auf der Bühne. Nur neun Jahre später zog sie in die Musikstadt Seattle, lernte dort die Zwillinge Tim und Phil kennen und gründete mit ihnen eine Band. Seitdem arbeiten die drei zusammen und haben bisher eine ansehnliche Liste von Alben, sieben an der Zahl, mit gemeinsam erarbeiteten, fantastischen Songs herausgebracht. Man merkt bei fast allen Stücken sofort, hier ist ein Dream-Team an der Arbeit. 
In der Schweiz hatte das talentierte Trio in den Nullerjahren (2007/2008) ein kurzes Stelldichein. Ihre Single The Story hielt immerhin 22 Wochen lang Platz 16 der CH-Charts! In den USA erhielt ihre Musik einen erheblichen Boost dadurch, dass einige Ihrer Stücke für die erfolgreiche TV-Krankenhaus-Serie Grey’s Anatomy verwendet wurden. Und, Achtung Zeitsprung!, mit dem neuen Album By The Way, I forgive You (2018) ist sie in den USA in den Top Ten. Und das aus dem Album stammende Duet Party on One mit dem britischen Sänger und Songwriter Sam Smith hat der Karriere bestimmt auch nicht geschadet… ;-)
Zudem ist sie gerade im Kino zu sehen. Sie spielt sich selbst im Country-Musikdrama A Star is Born neben Stars wie Bradley Cooper und Lady Gaga. Man kann also durchaus sagen, Brandi Carlile und die Twins erobern derzeit den Olymp des Showbiz.  
So, genug der Zahlen- und Faktenschleuderei. Kommen wir zum Kern der Ausnahmequalität der Musik von Brandi und den Twins. Offensichtlich und leicht hörbar, sind die drei im Musikgenre Country Zuhause und machen auch gar keinen Hehl daraus. Dennoch klingen ihre Stücke oft anders als die «normalen» Country-Songs. Ein oder mehrere Elemente kommen in ihrem Sound hinzu, die die Carlile-Songs auf ein eigenes Level heben. Sei es eine Gitarre, die rhythmisch speziell, quasi country-untypisch geschrummt wird, ein Drumbreak, das man sonst nur aus Popstücken von Avantgard-Popmusikern kennt, oder ungewohnte Akkordfolgen, die ein normaler Counrty-Musiker so nicht verwenden würde. All das, sowie hypertalentierte, arbeitswütige Musiker und eine bombastische unvergleichliche Sängerin machen aus den Dreien ein ganz extravagantes Gesamtkunstwerk. Nebenbei gesagt, eines, das krasse Live-Qualitäten in sich birgt. Da haben auch scheintote Konzertbesucher, die einen ganzen Abend wie angegossen und eingefroren vor der Bühne stehen und Hilfssheriffs der Sound-Polizei, also die Konzertbesucher, die ständig alles besser wissen, keine Spur einer Chance.
Hat der Autor schon gesagt, dass das Trio Infernale auch ein grosses Herz hat? 
So organisiert Carlile regelmässig Wohltätigkeits-Musik-Events und spendet Teile ihrer Einnahmen für ihre Stiftung Looking Out, die sich um Kinder kümmert, die in Kriegsgebieten leben. 
Und zum Abschluss noch ein bisschen VIP-Krimskrams, so das unwichtige Zeuchs halt, das die Leute so lieben, um den Promi-Gartenzaun etwas durchlässiger zu machen… ;-)
Brandi Carlile ist seit 2012 mit Catherine Sheperd verheiratet, die beiden haben zwei Töchter: Evangeline Ruth Carlile (*2014) und Elijah (*2018). Die beiden Mädels sind wahre Wonneproppen und unheimlich süss. Wer will, kann sich davon auf Instagram.com überzeugen. Carlile, ganz die stolze Mama, postet dort regelmässig Bilder ihrer beiden Töchter und ihrer Band. So, das reicht jetzt aber, seichter wird es nicht mehr.

Ihr Autor wünscht Ihnen eine schöne Herbstzeit. Bis die Tage!

Manfred Sim Toppel ist Bassist, Songschreiber und Bandcoach aus Zürich

Oktober 26, 2018

DE CAÑA Panela

Panela is made of 100% organic cultivated sugarcane, growing the highlands of the Colombian Andes next to his famous and award-winning neighbour Colombian coffee.
The farmers do not use any additives for the production and leave the sugar unrefined.
Panela is produced in just four steps, which leaves vitamins and minerals of the sugarcane plant in the final product.


Oktober 19, 2018

Herr Katō spielt Familie von Milena Michiko Flašar

Endlich Zeit. Er könnte nun das alte Radio reparieren oder die Plattensammlung ordnen. Doch als er der jungen Mie begegnet, die ihm ein seltsames Angebot macht, beginnt er die Dinge anders zu sehen. Ein zarter Roman über einen späten Neuanfang und über das Glück.
Die Tage dehnen sich, und zugleich schnurrt die Zeit zusammen. Die Uhr läuft ab, dabei könnte es gerade erst losgehen. Ob ein kleiner weißer Spitz daran etwas ändern würde?
Den ehemaligen Kollegen hat er immer beneidet. Um den Ruhestand, das Motorrad und die neue Freiheit. Doch jetzt steht er selbst frisch verrentet auf den bemoosten Treppen vor seinem Haus und weiß nicht wohin. Eine Krawatte braucht er nicht mehr, zu Hause ist er im Weg, die Kinder sind längst ausgezogen. Ob die junge Frau, die er jüngst auf dem Friedhof getroffen hat, ihm nur etwas vormacht, vermag er nicht zu sagen. Er ist aus der Übung. Und dennoch nimmt er ihren Vorschlag an, lässt sich von ihrer Agentur »Happy family« mal als Opa, mal als Exmann, dann wieder als Vorgesetzter engagieren und trifft auf fremde Menschen und Schicksale. Er spielt seine Rollen gut, und seine Frau bekommt von alledem nichts mit. Sie hat wieder angefangen zu tanzen …Ein nachdenkliches Buch über Erinnerungen und unerfüllte Träume, über Glücksmomente und Wendepunkte. Milena Michiko Flašar zeichnet mit wenigen Strichen, beredten Bildern und unnachahmlicher Wärme ein ganz gewöhnliches, ganz einzigartiges Leben.

Herausgegeben vom Verlag Klaus Wagenbach
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