Februar 11, 2019

The subtle art of not giving a f* by Mark Manson

In this generation-defining self-help guide, a superstar blogger cuts through the crap to show us how to stop trying to be «positive» all the time so that we can truly become better, happier people.
For decades, we’ve been told that positive thinking is the key to a happy, rich life. «F**k positivity,» Mark Manson says. «Let’s be honest, shit is f**ked and we have to live with it.» In his wildly popular Internet blog, Manson doesn’t sugarcoat or equivocate. He tells it like it is—a dose of raw, refreshing, honest truth that is sorely lacking today. The Subtle Art of Not Giving a F**k is his antidote to the coddling, let’s-all-feel-good mindset that has infected modern society and spoiled a generation, rewarding them with gold medals just for showing up.

Published by Harper Collins Publishers
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Februar 01, 2019

Songs, Sounds & Stories «Sehnsüchtige Nordlichtsounds»







Manfred Sim Toppel für bazaar
Die Finnen haben es einfach drauf! Auch wenn wir Südländer - von Finnland aus gesehen - dem vielseitigen Volk aus dem Norden bisweilen allerhand negative Attribute anhängen, wie Alkoholsucht-Probleme, eine hohe Selbstmordrate, stockfinstere Jahreszeiten und kalte, sehr kalte Winter. Man kommt nicht umhin, ihren gross- und einzigartigen Beiträgen zur zeitgenössischen Kultur gebührende Anerkennung zu zollen. Finnische Regisseure, wie Aki Kaurismäki, der mit seinem minimalistischen und ausdruckstarken Regiestil das europäische Kino revolutionierte. Oder etwa Vertreter des finnischen Metals, Nightwish, HIM, Children of Bodom, Insomnium (sic!), Lordi (?, aber auch Finnen), Amorphis und auch die Leningrad Cowboys (nun, nicht wirkliche Metaller, aber cool), um nur einige wenige zu nennen. Sie haben immensen Einfluss auf die europäische Kultur und auch auf die Wertebegriffe unter den Kultur-Konsumenten. Und nun kommen zwei finnische Musiker, Eva und Manu, die sich Ende der 00-Jahre am Berklee Boston College of Music, USA, kennenlernen. 2010 beginnen sie gemeinsam Songs zu schreiben, während sie mit einem alten Camper durch Europa cruisen. Bereits zwei Jahre später ergattern sie sich einen Vertrag bei Warner Finnland und bringen ihr Erstlingswerk Eva+Manu, das ihre Reiseerfahrungen musikalisch vertont, heraus. Und das haut so richtig rein. Die Scheibe knackt auf Anhieb die finnischen Top Ten, bei den EMMA-Awards wird das Pärchen zum besten neuen Act erklärt und ihr Album erhält den Preis für «best Album Cover». Nicht schlecht für eine musikalische Startup-KMU. Aber es kommt noch besser: Eva und Manus zweites Album, Cinnamon Hearts, auf dem Themen, wie Freundschaft, Hoffnung, Bedauern und Mitleid in 10 starken Popsongs verarbeitet werden, holt die Zuhörer in Scharen ab und verschafft dem Duo gleichzeitig ein neues, jüngeres Publikum. Das Projekt Eva und Manu hat definitiv abgehoben und fliegt in höhere Sphären. 2016 wechseln die beiden das Label und nehmen unter EMI Capitol die Pop-Produktion Aliens auf. Der Song ist meiner subjektiven Meinung nach eher als Ausrutscher zu klassifizieren. Er hat das Ambiente eines knapp mittelmässigen Popsongs, der sehr nach Plastik tönt und neben fast allen anderen Songs von Eva und Manu durch seine einfältige Lieblosigkeit schlicht durchfällt. Da steckt viel (schlechter) Kommerz drin, wo eigentlich Gefühl und Seele drin sein sollten. Vermutlich liegt es an der dünnen Luft in der Erfolgssphäre, in der sie sich damals bewegen, und dem, durch verminderten Sauerstoffgehalt eingeschränkten Urteilsvermögen, dass die beiden so einen 08/15-Konsumsound überhaupt erst zur Veröffentlichung zulassen.
2018 besinnen sich Eva und Manu auf ihre urwüchsigen Stärken und musikalischen Wurzeln, die das Beste aus ihnen herauskitzeln. Das Ergebnis dieser fruchtbaren Rückbesinnung kann sich jetzt hören lassen: Im Januar 2019 erscheint das wuchtige und sehr persönliche EP-Album «In The Woods», dass überwältigend aufzeigt, dass die beiden zu Grossem berufen sind. Sechs starke, folkige Kompositionen, zeitlose Melodien und überirdisch sehnsüchtig wirkende Gesänge fahren den geneigten Zuhörerinnen und Zuhörern Bugattischnell in die Gehörgänge und dann ganz schnell und ganz tief in die Eingeweide ein. Eva und Manu können stolz sein auf diese Ohrenperlenkette. Passend zu dem ehrlichen, direkten Sound posieren sie auf dem Cover ihrer neuen Scheibe bis zu den Schultern im Wasser stehend, quasi unverhüllt und sich selbst offenbarend. In diesem Sinne wünscht Ihnen Ihr Autor eine gute Woche! Cheers! 

Manfred Sim Toppel ist Bassist, Songschreiber & Bandcoach aus Zürich

Januar 24, 2019

Songs, Sounds & Stories «Der Bassa-Blauwal im Aether»







Manfred Sim Toppel für bazaar
Mit engelsgleicher Stimme, die mal sehnsüchtig, mal traurig, mal entspannt, dann wieder zornig, aber immer kraftvoll klingt, führt der 1974 in Kamerun geborene Künstler, Komponist, Sänger und Multiinstrumentalist Blick Bassy seine oft melancholisch angehauchten Songs vor. Dabei reist er stilistisch durchs traditionelle Afrika (Bassa-Kultur) und den bluesigen Süden der USA und verwebt beide Musikkulturen so frisch miteinander, dass dabei ein neuer Stil entsteht, der zwischen chillig, bluesig und sphärisch anzusiedeln ist. Dabei vertraut er auf seine unverkennbare Stimme und minimale Instrumentenbestückung und Arrangements. Thematisch singt Bassy von der Landflucht in Kamerun, seiner Kindheit, der Liebe und von der Suche nach der eigenen afrikanischen Geschichte. Meist singt er in seiner Muttersprache, aber auch auf Englisch, wie auf seinem letzten Album Akö. 
Mit 17 gründete er seine erste Band Jazz Crew, 1996 folgte Macase. Mit der zweiteren Formation nahm er zwei Alben auf, Etam (1999) und Doulou (2003). 
2005 trennte er sich von Macase und ging nach Paris. Dort arbeitete er als Freelance Musiker für verschiedene Musikgrössen, wie etwa Manu Dibango. 2009 erschien sein Debütalbum Léman. 2011 folgte Hongo Calling. Bassy zog es in dieser Zeit aufs Land. So zog er von Paris nach Cantin, einem kleinen Dorf im Norden von Frankreich. 2015/2016 erschien sein aktuellstes Album Akö, das einen neuen Meilenstein in seiner musikalischen Entwicklung darstellt. Bassys Stücke sind noch eindringlicher, noch mininalistischer arrangiert. Quasi das Motto reduce to the max kompromisslos musikalisch umgesetzt. Gerade daraus entsteht die enorme Kraft dieser Songs, die, so wie ein gigantischer, aber friedlicher Blauwal entspannt durch die Meere schwimmt, durch ihre Kraft und Grösse sozusagen unüberseh- bzw. unüberhörbar werden und sich langsam und kraftvoll durch den Aether walzen. Als normaler Zuhörer kann man gar nicht anders, als zuzuhören und staunend warten, bis der Song an einem «vorbeigeschwommen» ist. 
Wer sich selbst von der Strahlkraft dieses Musikers überzeugen will, hat am 28. Februar 2019, Gelegenheit dazu. Blick Bassy spielt dann im zürcherischen Jazz-Club Moods. Zusammen mit  Clément Petit (cello/voc), Johan Blanc (tb/keyb/voc) und Arnaud de Casenove (keyb/tp).
In diesem Sinne wünscht Ihnen Ihr Autor eine blauwalmässig entspannte und gleichzeitig kraftvolle Zeit!

Manfred Sim Toppel ist Bassist, Songschreiber und Bandcoach aus Zürich

Januar 10, 2019

Songs, Sounds & Stories «Leichter als eine Schneeflocke & mehr Tiefgang als der San Andreas Graben»







Manfred Sim Toppel für bazaar
Die britische Vierer-Formation Lydian Collective hat gerade erst im Dezember 2018 ihre Debüt-Platte Adventure veröffentlicht, hatte bis dahin aber bereits über eine Million Spotify-Streams und über 1.4 Millionen Views auf ihrem Youtube-Kanal. Da muss man einfach mal neidlos sagen: Wow! 
Dabei ist ihre Musik alles andere als sogenannter Mainstream, sondern hochkomplexer Jazz mit Fusion-Elementen. Nu, was macht dann den Erfolg dieses ungewöhnlichen Quartetts aus? Zuerst mal sind die ausgefeilten und musikalisch sehr anspruchsvollen Kompositionen zu nennen. Rhythmisch abwechslungsreich und gekonnt gespielt, fesseln die mit Überraschungen vollgepackten und in sich stimmigen Instrumental-Songs Zuhörer von England über Japan, nach China bis in die USA. Doch was wohl als DIE Geheimwaffe von Lydian Collective benannt werden kann, ist die konstant gute Laune, die ihre Kompositionen als auch die offensichtliche Spielfreude der MusikerInnen verbreiten. Egal, ob es quer schneit, vierfarbige Katzen hagelt oder mit Bratfett vollgesaugte Schwämme regnet, Lydian Collective lassen die Sonne schon ab Sekunde eins subito wieder aufgehen. Der Autor hat sich schon beim ersten Durchhören von Adventure immer wieder beim seligen Lächeln ertappt. Auch wenn er sich sonst nicht als grenzdebilen Musikgroupie bezeichnen würde. Aber bei Lydian Collective ist, sofern man ein Ohr für gute Musik und noch bessere Musiker hat, selige Freude bis offene Begeisterung im Kaufpreis enthalten. 
Lydian Collective sind: Aaron «Lazslo» Wheeler (keys), Todd Baker (guitar), Ida Hollis (bass) und Sophie Alloway (drums). 
Gitarrist und Keyboarder der Jazz-Band sind die kreativen Köpfe hinter der Musik von LC, machen schon seit dem College gemeinsam Musik und haben sich bereits als Einzelmusiker einen Namen gemacht bevor LC ins Leben gerufen wurde. Todd Baker (guitar) ist der Komponist des Soundtracks von Monument Valley, einem bei Millionen von Usern beliebten Game auf iOS-Basis (Iphone). Der Album-Song Child ist ebenfalls von diesem Soundtrack. Aaron und Todd sind beide erfolgreiche Werbekomponisten und Aaron hat als Laszlo eine eigene Solo-Musik-Karriere am laufen.
Tieftönerin Ida Hollis studierte Jazz am Konservatorium von Birmingham und spielte mit den besten Jazz-Musikern Englands wie unter anderem mit Gwilym Simcock. 
Drummerin Sophie Alloway ist eine der gefragtesten Studio- und Live-Drummer in London. Zuvor war sie ganze zwei Jahre mit Roots Manuva in England, Australien und Neuseeland auf Festivals, im TV und bei Award-Verleihungen auf Tournee. Sie spielte auch mit Pop-Punk-Sängerin Hazel Thomas und dem UK-Jazz-Star Jason Rebello. 
So, genug der Worte, lassen Sie sich von einer Band begleiten, deren Sound leichter als eine Schneeflocke ist, aber mehr Tiefgang als der San Andreas Graben hat. In diesem Sinne wünscht Ihnen Ihr Autor eine rutschfreie und unverfrorene Woche!

Manfred Sim Toppel ist Bassist, Songschreiber und Bandcoach aus Zürich

Januar 02, 2019

Gebrauchsanweisung für Kapstadt und Südafrika von Elke Naters und Sven Lager

Der Himmel weit, die Hoffnung groß und das Leben eine Herausforderung: Das ist Südafrika, eine bunt gemischte Nation mit elf offiziellen Sprachen. Die beiden Autoren zeigen uns alle Facetten: von Kapstadt über Durban, die Garden Route und verborgene Weintäler bis in die Kalahari-Wüste; von der Wild Coast über das subtropische Natal bis nach Pretoria und Johannesburg. Sie überwinden abenteuerliche Pässe, brettern über sandige Schotterpisten und gehen mit Brillenpinguinen baden. Sie suchen im Addo-Park nach Löwen, tauschen sich mit jungen afrikanischen Schriftstellern aus und erklären, was man unbedingt in einem Sammeltaxi zu beachten hat. Und sie verraten, warum Barfußlaufen hier so wichtig ist und was Fußball mit schwarzem Stolz zu tun hat.

Herausgegeben vom Piper Verlag
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Dezember 16, 2018

Songs, Sounds & Stories «Bezwingt jede Winterdepression: Jenny & The Mexicats»







Manfred Sim Toppel für bazaar
Der aussergewöhnliche Staaten-Mix der Bandmitglieder von Jenny & The Mexicats ist schon recht bemerkenswert: Eine britische Frontfrau, die Trompete spielt und makellos spanisch singt, ein spanischer Schlagzeuger und die Saitenmeister stammen aus Mexiko. Alles klar? Nun, diese exotische Truppe malt ungeniert mit allen Musikstilen, die ihr gefallen, einen sehr persönlichen und leidenschaftlichen musikalischen Regenbogen, den man nicht übersehen, bzw. überhören kann.
Felix Contrareras, der musikalische Leiter für Latin-Music bei NPR (National Public Radio, eine amerikanische Plattform für neue Talente) sagt über die Band: «Sie haben mit ihren eigenen Einflüssen diesen wirklich beeindruckenden Mix aus Rockabilly, Cumbia, Jazz, Flamenco kreiert und dazu performen sie in englisch und spanisch – ein sehr cooler Sound.» Ihr Stilmix scheint bei den Fans anzukommen. So kommen Jenny und ihre Kater auf dem Streaming-Portal Spotify monatlich auf über 440’000 Zuhörer. Respekt und Ehre, wem Ehre gebührt. Die Mitglieder in corpore sind: Jenny Ball(Vox), David González Bernardos(Perkussion), Icho(Bass), Pantera(Gitarre). In diesem Sinne: ¡Pasadlobien!


Manfred Sim Toppel ist Bassist, Songschreiber und Bandcoach aus Zürich

Dezember 01, 2018

Songs, Sounds & Stories «Auch (Halb-)Taubheit schützt nicht vor einer Weltkarriere»





Manfred Sim Toppel für bazaar
Er ist ein waschechter New Yorker, der 1959 in Brooklyn geboren wurde. Er gehört zu den stilprägendsten Bassisten des 20.–21. Jahrhunderts. Einer der grössten Gitarrenhersteller der Welt benannte ihm zu Ehren einen E-Bass nach seinem Namen, sein Album Mbrachte ihm den Oscar der Musikbranche, einen Grammy, ein. Er ist Vater von vier Kindern und hat mit fast dem ganzen Who-is-Who der Jazzszene und darüber hinaus die Bühne und das Studio geteilt. Man kann ihn auf mehr als 500 verschiedenen Platten hören, u.a. mit Aretha Franklin, George Benson, Eric Clapton, Carlos Santana, Herbie Hancock, David Sanborn und auch mit Jean Michel Jarre. Man kennt seine Filmmusik aus verschiedensten Kinostreifen. Wir sprechen von der Schwer beeindruckenden Vita von Marcus Miller. 
Als 5-Jähriger erkrankte Miller an einer Maserinfektion, seither ist er auf seinem rechten Ohr taub. Das hinderte ihn nicht bereits als Teenie in der Nachbarschaft in verschiedenen Funkbands Bass zu spielen, bzw. eine beeindruckende Weltkarriere als Bassist, Musiker und Produzent hinzulegen. Auf dem College studierte er Musikpädagogik, bereits mit 16 ging er als Bassist mit Bobbi Humphrey und Lenny White auf Tournee. Mit 17 war er Bassist in der Band der legendären US-Comedy-Show Saturday Night Live. Seinen Durchbruch hatte der übertalentierte Multiinstrumentalist als er bei Jazz-Legende Miles Davis, selig, einsteigen durfte. Der ungekrönte Jazz-König verhalf Miller zu weltweiter Bekanntheit. Miller produzierte für Miles Alben wie Tutu, Amandla oder Siesta. Auf dem Letzteren spielte Miller fast alle Instrumente selbst und programmierte sämtliche Drumgrooves. 2009 war er zusammen mit Stanley Clarke und Victor Wooten, als SMV auf erfolgreicher Welttournee. Derzeit tourt er gerade mit seiner neuesten Scheibe, Laid Black, über den Globus. Wer Miller kennt, weiss, dass man seinen Bass-Sound gleich beim ersten Ton erkennt. Das ist sozusagen sein Markenzeichen, neben der ihm eigenen, virtousen Spielweise, u.a. dem sogenannten Slapping (Erzeugen eines perkussiven Klangs durch Anschlagen der Saite mit dem Daumen) und damit verbunden, dem Popping, ein energisches Zupfen der Saiten. 
Wer sich ein Ohr voll dieses mittlerweile legendären Tieftonartisten und genialen Musikers nehmen will, hat in nächsten Frühling die Gelegenheit dazu. Miller kommt am 22. Mai 2019 ins Kaufleuten Zürich. Ihr Autor hat die Tickets schon, und Sie? 

Manfred Sim Toppel ist Bassist, Songschreiber & Bandcoach aus Zürich

November 16, 2018

Songs, Sounds & Stories «Wie kommt ein Bassist zu 5 Grammys?»







Manfred Sim Toppel für bazaar
Mit zwei Jahren (zwei!) fing er an Bass zu spielen, weil in seiner Musikerfamilie der Bassist fehlte. Bereits mit drei Jahren gab er mit seiner Familie (sein Bruder Regi ist Gitarrist, Bruder Roy spielt Percussion und Schlagzeug) Konzerte in der Nachbarschaft. Und nur drei Jahre später waren er und seine Brüder als Vorgruppe von Curtis Mayfield und die Band War auf Tour. In den 80er-Jahren lernte Victor Wooten den Banjospieler Béla Fleck kennen und gründete mit ihm die Band Béla Fleck & The Flecktones. Internationale Konzerttourneen folgen. Daneben nimmt Wooten Solo-Alben auf, auf denen er sein innovatives Bassspiel vorführen kann. Seine Fähigkeiten in Fingerstyle, Slapping und Tapping bringen ihm einen Platz neben den ganz Grossen der Bassgitarre ein. So wird er auch oft der nächste grosse Innovator des Basses genannt und in einem Atemzug mit dem legendären und auch mal kapriziösen Jaco Pastorius, selig, genannt. Neben Jaco nennt Wooten auch Künstler, wie Larry Graham, Prince, James Jamerson und last but not least Bass-Innovator Stanley Clarke (Return To Forever), die ihn beeinflusst haben. Mit Letzterem und dem New Yorker Bass-Gentleman Marcus Miller zusammen war Wooten in den Nuller-Jahren als Basstrio SMV unterwegs und begeisterte das Publikum an den grössten Jazz-Festivals weltweit. In dieser Zeit veröffentlichte er auch sein Buch Music Lesson (2006). (S)eine Suche nach Wahrheit, Weisheit und Vollendung und seinem Versuch, zu dem vorzudringen, was die Musik im Kern ausmacht. Ein sehr bewegendes Buch, das der Autor jedem Kulturschaffenden nur ans Herz legen kann, weil es darin um viel mehr als «nur» Musik geht. Im Grunde geht es ums Menschsein und die Suche nach dem Sinn des eigenen Seins. 
In diesem Sinne wünscht Ihnen der Autor eine glückliche Suche und geben Sie kurz Bescheid, wenn Sie ihn gefunden haben. Cheers!

Manfred Sim Toppel ist Bassist, Songschreiber & Bandcoad aus Zürich

November 12, 2018

Wenn der Wind singt und Pinball 1973 von Haruki Murakami

Nach langem Zögern hat Haruki Murakami die Bitten seiner Leser erhört und der Veröffentlichung dieser außerhalb Japans nie erschienenen Frühwerke zugestimmt, die zusammen mit »Wilde Schafsjagd« die Trilogie der Ratte bilden. Nach 35 Jahren liegt diese nun erstmals vollständig auf Deutsch vor. Eine kleine Sensation, nicht nur für eingefleischte Murakami-Fans. »Wenn der Wind singt«, folgt einem 21-jährigen Studenten, der den Sommer 1970 in seinem kleinen Heimatort verbringt. Die Zeit vertreibt er sich mit seinem besten Freund Ratte, einem Mädchen mit vier Fingern an der linken Hand und einem Barkeeper. In »Pinball 1973« lebt der junge Mann drei Jahre später in Tokio, während Ratte in J.’s Bar immer noch darauf wartet, dass das Leben losgeht. Ein melancholischer, atmosphärisch dichter Roman, der zudem die wohl besten Flipperszenen der Literaturgeschichte enthält.

Herausgegeben vom btb Verlag
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November 09, 2018

Songs, Sounds & Stories «Vollgas mit Manii!»







Manfred Sim Toppel für bazaar
Nein, keine Angst, heute geht es nicht um ihren Autor, dessen Spitzname ähnlich klingt, wie der Nachname der heutigen Hochleistungsmusikerin. Werte Leser, wer gerade auf der Suche nach einem Energie-Boost ist, liegt hier genau richtig! Denn im musikalischen Vokabular der heute beleuchteten Künstlerin aus Japan gibt es nur eine Richtung: Vollgas voraus! Die Powerlady gehört zu den derzeit besten Rock-, Indie-, Metal- und PunkbassistInnen weltweit. Gestatten, Kiyoshi Manii, Musikerin, Bassistin, Sängerin und Komponistin.
Anfang September hat die umtriebige und vielgebuchte Musikerin ihr drittes Album veröffentlicht, Kiyoshi3, was sonst? Es ist ein weiteres Kiyoshi-Album, das den Zuhörer vom ersten Ton an in seinen Bann schlägt und nach dem elften Stück atemlos und verzückt lächelnd zurücklässt, vorausgesetzt man mag diesen Stil.
Wenn der Autor Jogger wäre, wäre dieser Starkstrom-Sound wohl seine erste Wahl fürs Training. Ganz nach dem leicht abgeänderten Motto (s)einer (ehemaligen) Zigarettenmarke: «Mit Kiyoshi-Sound laufe ich meilenweit.» Okay, das war jetzt eine eher ungewöhnliche Verbindung von Sport und Rauchen, oder? Item, war ja auch nur ein Nebenschauplatz. 
Zurück zu Kiyoshi: Ihr Bassspiel ist extrem versiert, originell und super schnell. Ihr Gesang und ihr Auftreten live polarisieren tüchtig. Manchen ist ihr Gesang zu amateurhaft, manchen zu kindlich. Andere stören sich an ihren erotisch angehauchten Bühnenkleidern. Andere lieben sie genau wegen ihrem naiv und unschuldig klingenden Gesang. Aber worüber sich alle einig sind: Wenn Kiyoshi auf der Bühne steht, wird sie zu einem Derwisch (was ist eigentlich die weibliche Form von Derwisch? Derwischin?), der keine Sekunde still steht und die Zuschauermenge innert kürzester Zeit in Party-Stimmung bringt. Zu hören ist sie unter anderem in folgenden Formationen: Marty Friedman, Inside Me, The Madcap Laughs, Mega High Ball. Aus-checkens-wert. Alle. 
Und nun geben Sie sich einen Ruck, starten Ihre bevorzugte Stream- oder Download-App und geben ein: K-I-Y-O-S-H-I. Sie werden hören, so einfach ist es, sich gute Laune in die gute Stube zu holen. In diesem Sinne wünscht Ihnen Ihr Autor eine beschwingte und schöne Zeit. Bis die Tage!

Manfred Sim Toppel ist Bassist, Songschreiber & Bandcoach