Dezember 01, 2018

Songs, Sounds & Stories «Auch (Halb-)Taubheit schützt nicht vor einer Weltkarriere»





Manfred Sim Toppel für bazaar
Er ist ein waschechter New Yorker, der 1959 in Brooklyn geboren wurde. Er gehört zu den stilprägendsten Bassisten des 20.–21. Jahrhunderts. Einer der grössten Gitarrenhersteller der Welt benannte ihm zu Ehren einen E-Bass nach seinem Namen, sein Album Mbrachte ihm den Oscar der Musikbranche, einen Grammy, ein. Er ist Vater von vier Kindern und hat mit fast dem ganzen Who-is-Who der Jazzszene und darüber hinaus die Bühne und das Studio geteilt. Man kann ihn auf mehr als 500 verschiedenen Platten hören, u.a. mit Aretha Franklin, George Benson, Eric Clapton, Carlos Santana, Herbie Hancock, David Sanborn und auch mit Jean Michel Jarre. Man kennt seine Filmmusik aus verschiedensten Kinostreifen. Wir sprechen von der Schwer beeindruckenden Vita von Marcus Miller. 
Als 5-Jähriger erkrankte Miller an einer Maserinfektion, seither ist er auf seinem rechten Ohr taub. Das hinderte ihn nicht bereits als Teenie in der Nachbarschaft in verschiedenen Funkbands Bass zu spielen, bzw. eine beeindruckende Weltkarriere als Bassist, Musiker und Produzent hinzulegen. Auf dem College studierte er Musikpädagogik, bereits mit 16 ging er als Bassist mit Bobbi Humphrey und Lenny White auf Tournee. Mit 17 war er Bassist in der Band der legendären US-Comedy-Show Saturday Night Live. Seinen Durchbruch hatte der übertalentierte Multiinstrumentalist als er bei Jazz-Legende Miles Davis, selig, einsteigen durfte. Der ungekrönte Jazz-König verhalf Miller zu weltweiter Bekanntheit. Miller produzierte für Miles Alben wie Tutu, Amandla oder Siesta. Auf dem Letzteren spielte Miller fast alle Instrumente selbst und programmierte sämtliche Drumgrooves. 2009 war er zusammen mit Stanley Clarke und Victor Wooten, als SMV auf erfolgreicher Welttournee. Derzeit tourt er gerade mit seiner neuesten Scheibe, Laid Black, über den Globus. Wer Miller kennt, weiss, dass man seinen Bass-Sound gleich beim ersten Ton erkennt. Das ist sozusagen sein Markenzeichen, neben der ihm eigenen, virtousen Spielweise, u.a. dem sogenannten Slapping (Erzeugen eines perkussiven Klangs durch Anschlagen der Saite mit dem Daumen) und damit verbunden, dem Popping, ein energisches Zupfen der Saiten. 
Wer sich ein Ohr voll dieses mittlerweile legendären Tieftonartisten und genialen Musikers nehmen will, hat in nächsten Frühling die Gelegenheit dazu. Miller kommt am 22. Mai 2019 ins Kaufleuten Zürich. Ihr Autor hat die Tickets schon, und Sie? 

Manfred Sim Toppel ist Bassist, Songschreiber & Bandcoach aus Zürich